Interview mit Gentleman, Casablanca, Juli 2006 (Rohfassung)

Ähnlich wie Bob Marley giltst du als Botschafter des Reggae in Deutschland. War das schon am Anfang deiner Karriere ein Ziel?

Das war kein Ziel. Ich habe immer gehofft, dass das so bleibt. Und im Grunde ist es auch so geblieben. Es ist immer noch die gleiche Musik, es sind immer noch die gleichen Vibes, die ich für die Musik empfinde, das ist einfach ein total in sich geschlossenes Ding. Das wird sich im Grunde auch nicht viel verändern. Ich habe mir auch nicht wirklich Gedanken darüber gemacht, wie das ganz mal in zehn Jahren aussehen könnte. Das kann ich ja heute auch nicht. Das ist immer ein sehr momentanes Ding gewesen, es gab immer so einzelne Abschnitte, und Silly Walks war natürlich ein ganz wichtiger Abschnitt, genau wie Freundeskreis auch. Die ersten Erfahrungen mit der eigenen Band, mit Killing Riddim Section, mit dem Pow Pow Soundsystem, wir haben da Sessions gehabt, das waren einfach alles einzelne Abschnitte, die irgendwie dazu beigetragen haben, jetzt auch wirklich auf einem internationalen Level zu spielen. Wobei einfach ganz viel durch das Live-Spielen kam. Auch lange bevor eine Platte rauskam, sind die Leute schon auf die Konzerte gekommen, dass es mir auch immer wichtig war, mit Musikern zusammen… Ich hab sehr früh schon mit einer Band gespielt und parallel dazu auch das Soundsystem weitergemacht, aber das konnte man ja nicht wissen.

Hätte Reggae in und aus Deutschland ohne Gentleman sich anders entwickelt?

Ich weiß nicht, man kann glaube ich Fragen nie so beantworten: „Was wäre, wenn… gewesen?“ Ich habe sicherlich dazu beigetragen, dass die Musik jetzt viel mehr Leuten bekannt ist, als sie es schon vorher war. Aber genauso haben es auch die ganzen Sounds zu der gleichen Zeit, die Produzenten und die Promoter vor allen Dingen auch, was die Festivals anging und die Clubbesitzer. Da gehören ja ganz viele Faktoren zusammen, damit das überhaupt funktioniert, damit das irgendwie wachsen kann. Ein Sänger alleine, irgendwie… du brauchst die anderen Faktoren auch. Und deswegen sind wir irgendwo alle voneinander abhängig und haben das so ein bisschen Community-mäßig hochgezogen, auch gegenseitig unterstützt und ich bin genauso mitgezogen worden, von Freundeskreis damals als unknown Act, wie dann irgendwann mal [Natty ….??] mitgezogen habe, als er noch ein unknown Act war, und er macht jetzt sein Ding. Und er wird dann auch wieder irgendjemanden mitziehen. Keiner hat die Musik erfunden, aber wir alle tragen einen Teil dazu bei, dass es immer weiter wächst.

Wie bist du eigentlich zum Reggae gekommen? Und wie bist du so früh nach Jamaika gekommen?

Ich bin nach Jamaika geflogen, so mit siebzehn, mit einer Mischung aus Neugier und…

Welches Jahr?

Ich glaube `91. Und das war eine Abenteuerlust gekoppelt mit dem Interesse für die Musik. Mit siebzehn ist man noch viel naiver, was gewisse Sachen angeht, und das war auch gut so, weil ich habe mich auch in Jamaika bewegt, wie ich es heute wahrscheinlich nicht mehr machen würde. Und die Musik war eigentlich immer schon da gewesen, durch die Plattensammlung meines Bruders, durch Rodigan, der Dienstags immer im Radio kam, durch ein Macka B-Konzert. Das waren so die Anfänge, wo ich gemerkt habe:
„Wow, da ist eine Mucke am Start, die reizt mich total. Es war was besonderes auch, die zu hören und zu haben und zu präsentieren, weil alle genau gespürt haben, da ist noch ein unglaubliches Potenzial da. Ich sehe es auch als ein totales Geschenk an, wirklich in der Blütezeit dabei gewesen zu sein. Das ist, glaube ich, was ganz wertvolles, ich habe es echt mitgekriegt, als wir mit Silly Walks irgendwo gespielt haben, und die Leute sich Bon Jovi noch gewünscht haben. Wenn wir einen Pull-Up gemacht haben, haben die gedacht der Plattenspieler ist kaputt. Wir haben trotzdem das Ding durchgezogen und hatten nur Fragezeichen vor uns. Das war noch ganz in den Anfangsstiefeln. Dann ist das einfach ein
super Geschenk das alles so mitzukriegen und zu sehen wie viel coole Sounds es jetzt gibt, die die Clubs füllen regelmäßig in allen großen Städten in Deutschland, und wie viele Festivals es mittlerweile gibt, und wie viele gute Produktionen und Künstler aus Deutschland kommen und Studios es gibt und was es für eine Infrastruktur gibt und was es für Magazine gibt. Das ist ja alles vor 15 Jahre so gar nicht gewesen.

Welche Erfahrungen hast du damals auf Jamaika gemacht? Wie kamst du an Respekt und Kontakte?

Ich habe einfach viel Zeit da verbracht. Erfahrungen… ich war siebzehn. Ich habe eigentlich von morgens bis abends gekifft und hab Mucke gehört und war bei den ersten Malen immer bei einer Farmer-Familie in den Bergen und war jetzt gar nicht in Kingston oder Montego Bay, was ja ein total anderes Leben ist, ein total anderes Jamaika, als das was ich später kennengelernt hatte. Und habe mit Leuten mich versucht zu unterhalten, aber am Anfang kein Wort verstanden, hab aber eigentlich den ganzen Tag gedampft und Kassetten aufgenommen von Irie FM und bin irgendwie nach sechs Wochen nach Hause und hatte praktisch die sechs Wochen von Irie FM dokumentiert. Dann hatte ich die Kassetten, das war was ganz wertvolles, und habe Platten gekauft im Plattenladen, und die haben wir dann aufgelegt und so.. Es ging schon um die Musik, aber es war auch ein total spiritueller, super schöner Platz, wo ich war, der mir persönlich total gut getan hat. Es war immer eine Tankstelle. Und später in Kingston kann es auch aussagen, die Stadt. Das ist auch wirklich sehr heiß und anstrengend und stressig. Kingston ist halt… hat mit Rest von Jamaika nichts zu tun, aber es war die ersten Male, als ich hingefahren bin, immer ein Auftanken. Und gerade in der Zeit zwischen 17 und 25 in der Selbstfindungsphase, also es war extrem wichtig meine Jamaika-Reise für meine Lebenserfahrung und meine Weiterentwicklung.

Wie ging das dann los mit dem Musikmachen?

Im Grunde fing es damit an, dass wir die Platten, die wir mitgebracht hatten, mit Ingo von Pow Pow haben wir im Partykeller Mixtapes gemacht und ich war MC und habe drüber geschrien irgendeinen Schwachsinn und irgendwelche Lyrics von irgendwelchen Leuten gesungen und irgendwelchen Gibberish über Versions und das war für mich die absolute Meditation. Ich konnte was rauslassen. Ich habe immer gerne gesungen und auch Musik gemacht. Ich habe immer gerne auch Musiker um mich gehabt, das hat einfach alles gepasst zu der Zeit. Und irgendwann gab es Texte. Auch in der Schule habe ich immer texte geschrieben, oder zumindest angefangen Texte zu schreiben und habe gemerkt: Ja, das tut gut, so was zu hinterlassen. Eine Vision von etwas zu haben, auch wenn es noch so albern ist am Anfang, und am Ende ein fertiges Produkt zu haben. Das ist einfach eine total gute Erfahrung, ob ich jetzt ein Bild male oder einen Song mache.
Das war wirklich für niemanden außer mich selber. Ich habe dann meinen eigenen Song auf dem Walkman gehört, während ich Fahrrad gefahren bin und hatte ein gutes Gefühl dabei. Und darum ging es eigentlich nur. Und aus der Leidenschaft hat sich dann was professionelles entwickelt und eine Disziplin hat sich herauskristallisiert. Auch dann zu sehen: Anfänge auf den Poller Wiesen mit Ingo eine PA gemietet und Pow Pow zusammen und unsere Platten da gespielt, ein bisschen Jamaika-Rum getrunken und hatten unseren Spaß. Es kamen immer mehr Leute dazu und es war so ein Underground ding: „An den Poller Wiesen sind wieder die Jungs, die den Karibik-Sound auflegen.“ Ich habe auf die Versions einen Gibberish gesungen, aber habe gemerkt, die Leute fanden es cool. Und das war das erste Mal, dass ich ein Feedback bekommen habe. Die ersten Live- Sessions am Soundsystem, wo man trainieren konnte, kucken konnte, wie geht man mit Menschen um am Mikrofon. Dann gab es Freundeskreis… es gab Silly Walks – erst gab es Silly Walks, ich habe mit Silly Walks MC gemacht und das war eine ganz wertvolle Zeit, weil ich echt viel mit Publikum gearbeitet hatte und ganz viele Leute getroffen hatte, eben auch Max vom Freundeskreis, der in Stuttgart bei irgendeiner Dance von Silly Walks meinte: „Cool, was du da gerade gesungen hast, mir gefällt deine Stimme. Wir nehmen gerade einen Song auf und brauchen eine Hook-Line. Komm doch morgen mal ins Studio.“ Das war so der Anfang. Als ich dann Tabula Rasa aufgenommen hatte. Ich
hatte aber auch wirklich Glück, muss ich sagen, wirklich immer zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Platz zu sein. Auf meinen Bauch zu hören und die richtigen Entscheidungen zu treffen und das gehört alles dazu. Der Song ist abgegangen. Der war dann auf 13 in den Charts, das Video lief rauf und runter und auf einmal gab es Angebote von Plattenfirmen, obwohl es gar keine Songs gab. Es gab nur diesen Chorus. Da waren Plattenfirmen auch noch viel mutiger, was Aufbauarbeit mit Künstlern angeht.

Und Jamaika – als du da Red Rose kennengelernt hast?

Ja, also Jack Radics war jemand, der auch für die EMI in Deutschland mal ein Album gemacht hat, und Stefan war damals A&R bei der EMI. Der hat ihn gesignet. Da habe ich Radics kennengelernt und Radics mir den Link zu Red Rose gebegeben und hat gesagt:
„Hier, wenn ihr nach Jamaika fahrt, um da vielleicht mal ein Paar Songs aufzunehmen, check mal den Typen, der ist super-nice“, und das haben wir gemacht und das war die Tür (wovon ich auch vorhin schon gesprochen hatte). Und gleichzeitig Richie Stevens kennengelernt, habe mit ihm einen Song aufgenommen, der lief dann im Radio auch. Das war irgendwie für mich ein ganz wichtiger Punkt an der ganzen Geschichte, dass der Song im Radio lief.

Wieso Patois und nicht Deutsch?

Ich weiß es gar nicht. Die Frage hat sich nie gestellt, was auf Deutsch zu machen. Zum einen habe ich angefangen sowohl parallel auf den Poller Wiesen, als aber auch auf Jamaika in dieser Miss B Bar zu singen und hatte auch immer dieses Global-Feeling dabei, dieses Internationale. Nicht das ich da gedacht hätte: „Oh vielleicht kann ich mal, wenn ich Patois beziehungsweise auf Englisch singe, habe ich größere Chancen auch international über die Bühnen zu hüpfen.“ Das war es nicht, aber es war einfach eine… so eine Liebe für die Ausdrucksweise und für die direkte Sprache und für das Unmittelbare. Es gab nichts Deutsches zu dem Zeitpunkt und wenn, hätte man es selber erfinden müssen, oder man hätte anfangen müssen, und ich habe einfach die ganzen Dancehall-Tapes um mich rumgehabt und habe jamaikanische Musik gehört und die Frage hat sich gar nicht gestellt. Was am Anfang oder von Seiten der Plattenfirma dann auch oft: „Okay, wie sieht es denn aus, vielleicht mal was auf Deutsch zu machen?“ Oder bei der ersten Platte war es ganz schlimm noch, da haben alle Leute gefragt: „Was soll denn das? Warum singst du denn auf Patois?“ Das ging irgendwie gar nicht in die Köpfe rein. „Deutsch ist doch deine Muttersprache.“ Wenn ich jetzt irgendwie kucke auf die Texte, oder mir einen Song anhöre, oder meiner Ma einen Song vorspiele, die mit ihrem einigermaßen Englisch alles versteht, dann ist das einfach ein globales, internationales Ding, das ist die Sprache, die die meisten Menschen verstehen und wenn es Spanisch wäre, würde ich vielleicht was auf Spanisch machen wollen, aber ich will einfach so viel Menschen wie möglich erreichen. Und wie gesagt, ich habe immer auf meinen Bauch gehört, und das war auch im Nachhinein die beste Entscheidung nicht auf Deutsch gesungen zu haben.

Du bist viel gependelt – gab es Identitätsprobleme?Wie war das Leben zwischen den Orten?

Identitätsprobleme ist das falsche Wort. Ich würde eher sagen eine Orientierungslosigkeit. Die man aber auch mal wagt in einem gewissen Alter, um einfach weitere Schritte machen zu können. Du musst natürlich ein paar Sachen auch mal ausprobieren, und das ist ein ganz, ganz wichtiges Alter gewesen. Es war schon so, dass ich oft in ein echt tiefes Loch gefallen bin, als ich aus Jamaika zurückgekommen bin und mich teilweise echt verloren gefühlt habe. Es ist immer leicht das dann auf den Ort zu schieben, wenn ich dann sage: „In Deutschland ist alles kacke“, dieses Exotending und nach Jamaika, da-wo-die-Wilden-Kerle-wohnen-mäßig, bin auf der Insel gewesen und komme zurück und alles ist trist und kalt und kopflastig. Alles das, was ich nicht so am Leben mochte habe ich auf einmal in Deutschland gefunden. Natürlich auch mit einer rosaroten Brille. Es ist immer anders wenn du in Jamaika bist und hast kein Rückflug-
Ticket, da wird dir dann auf einmal bewusst wie gut es uns in Deutschland geht und wie schön es auch in Deutschland ist, wie viel Kommunikation auch da ist und wie beschissen es auch teilweise in Jamaika ist. Es kommt immer darauf an, aus welchem Blickwinkel man die Sache betrachtet. Aber es war schon auf jeden Fall nicht leicht. Aber es gab diesen fließenden Übergang auch. Ich habe immer daran geglaubt, nicht vielleicht mit der Musik mein Brot zu verdienen, aber schon durch die Musik einen gewissen Halt zu halten. Und das ist mir auch gelungen. Und dann war einfach dieser fließenden Übergang, dass 99 dieser Plattenvertrag kam. Da war die Orientierungslosigkeit vorbei, da war so:
„Okay, ich hab jetzt ein Projekt, ich mache ein Album.“ Das hat total Power gegeben. Vor allen Dingen war es das erste Album, was total dilettantisch produziert ist, und völlig undurchdacht ist, ist auf 59 in die Charts eingestiegen. Das war so: „Wow! Ich kann das jetzt eine Zeit lang machen. Ich kann mich jetzt auf die Mucke konzentrieren und habe durch die Mucke immer die Möglichkeit auch in Jamaika zu sein.“

Ich habe die Folge von „Lost in Music“ gesehen. Interessante Stelle: MCs kommentieren Alltag, Sänger sind eher universell und zeitlos. Du machst zeitlose Themen. Ist das die Bedingung für internationalen Erfolg?

Ich glaube, dass das Zeitlose automatisch immer wichtiger wird, weil es eben zeitlos ist. Wenn du Dir die Inhalte in der Musik ankuckst, die sind ja wirklich so breit gefächert, da ist ja von allem die Rede. Es gibt ja die größten Unterschiede. Bei den einzelnen Soundsystems, so ‚Lock da City Sound’, grad in der Riddim entdeckt oder ‚Silly Walk Sound’, beide machen Reggae-Musik, aber das total verschiedene Geschichten. Das gehört aber alles mit dazu und ich finde alltägliche Themen gehören genauso zum Leben wie universelle Themen, und ich fand es für mich von Anfang an immer interessanter und habe vielmehr dabei empfunden, universelle Sachen zu singen. Weil es das ist, wo mit ich mich alltäglich auch beschäftige, und was so in meinem Umfeld auch Beschäftigung ist. Es geht halt nicht so viel um Rims und Hoes und Money und so… Also gar nicht, und deswegen kann ich darüber auch nicht singen, aber es ist okay, wenn Leute das machen, weil es wirklich auch ein Teil vom Leben ist.

Video von ‚Send a Prayer’: Deine Performance wirkt, als inszenierst du dich als Sprachrohr der Menschenfamilie…

Ich sehe mich bei bestimmten Sachen – es muss nicht immer alles ein Sprachrohr sein, aber ich merke schon, wir haben eine Verantwortung, was Texte angeht. Und bei Send a Prayer, da spricht immer derjenige , der im Bild ist. Es geht um die universelle Liebe zur Mutter, zur Familie, um das ganz fest verankerte im Menschen, der Sinn nach Familie und die Sehnsucht nach einem Zuhause, und das soll das ein bisschen schildern. Ich habe am Anfang auch gesagt: „Lass uns komplett mich rausnehmen“, aber es ist mein Song und ich empfinde halt genauso und sehe mich als Teil davon. Wir sind alle ein Sprachrohr, und es ist auch, wie an die Erde ran gezoomt wird und wieder rausgezoomt wird, und wir Leben alle auf dem Planeten und haben die selben Ängste und die selben Freuden, obwohl wir andere Konditionierung haben und das ist ja das Schöne, was man dann auch durch die Musik erklären kann und mit den Leuten teilen kann. Die Menschen sind für sich selber das Sprachrohr, aber ich bin jetzt nicht das Sprachrohr in dem Video, sondern alle die darin vorkommen. Jeder soll sich eigentlich damit identifizieren können.

Im Mainstream bist du bekannter als jamaikanische Künstler. Liegt das auch an der Hautfarbe?

Es ist auf jeden Fall was Wahres dran. Wenn ich mir ankucke, was im Reggae-Business Erfolg hatte, dann kann man das schon so sehen. Es geht auf jeden Fall in die Richtung, muss aber nicht das ganze Ding sein. Ich glaube im Endeffekt setzt sich gute Musik durch. Es ist tatsächlich so, wenn ich kucke wie viele Künstler auch in Jamaika viel mehr Input habe und vielmehr Kreativität und viel mehr Erfahrung haben, was den Sound angeht und haben noch nicht mal eine Chance einen Song aufzunehmen, dann ist das auf jeden Fall ein Exoten-Bonus den ich habe – ganz klar. Auf der anderen Seite macht es
aber auch schwieriger. Es gibt auch oft dieses Ding: „Hey, das ist unser Ding!“ Oder:
„Das ist denen ihr Ding!“ Also man steht immer zwischen zwei Welten und das ist auch oft das Ding gewesen, was eben die andere Seite der Medaille ist. Auf der einen Seite:
„Ja, es gibt diesen Exotenbonus – Sean Paul ist Light, White“, aber man sieht auch… Akon. Ist tiefschwarz und bosst auch tierisch mit guter Musik. Also bis zu einem bestimmten Punkt ‚Ja’, aber dann irgendwann auch ‚Nein’ – ich kann die Frage nicht wirklich beantworten. Ich glaube schon gute Musik setzt sich durch, was aber gerade in der jamaikanischen Musikwelt ein ganz wichtiger Faktor ist, ist das Umfeld. Dass ganz viele Künstler daran zugrunde gehen, dass sie kein gutes Umfeld haben, beziehungsweise Produzenten, die gar keine sind, oder Künstler total auf der Strecke bleiben, weil sie eben keine Erfahrung im Musikbusiness haben. Und nicht wie ein Gentleman, der von Anfang an einen Manager bei sich hat, der das Business kennt. Und das sind einfach ganz wichtige Punkte. Da sieht man auch hier Industrieland und da Dritte-Welt-Land. Ich glaube das ist auch ein wichtiger Punkt und das hat nicht unbedingt was mit der Hautfarbe zu tun. Aber ich weiß schon, was Buju meint.

Anderes Thema: Wie gehst du mit dem großen Fanaufkommen, den Teenies, in Deutschland um? Was kannst du denen vermitteln?

Zum einen ist es ein Prozess gewesen, der wirklich über Jahre gereift ist. Es war nicht so, dass ich den Hit hatte und über Nacht auf einmal von allen Leuten erkannt worden bin.
Es ist schon so, wenn ein Video läuft, oder eine Tour gerade irgendwo war und MTV das Ding nochmal gezeigt hat, dass einen extrem viele Leute wiedererkennen auch in den Städten in Köln. Aber ich habe mir das ausgesucht und bin zum Glück nicht Daniel Küblböck, sondern kriege größtenteils Respekt und viel Liebe von den Fans und bin auch dankbar. Es gibt natürlich Momente wo es weht tut, wo es Kacke ist, wo man seine Ruhe haben will, Privatsphäre fällt immer mehr weg. Ich kann mit meinem Sohn nicht in den Volksgarten gehen Samstag und auf der Wiese da ein Buch lesen und ein bisschen Fußball spielen. Oder samstags in den Cinedom in einen Film gehen – das ist alles nicht drin – Phantasialand und… Das ist auf jeden Fall die andere Seite der Medaille, aber ist das größte Geschenk, was ich gerade lebe, deswegen ist das schon okay. Mit Teenagern, ich glaube die sind einfach die Bevölkerungsgruppe die am enthusiastischsten mit Musik umgeht, deswegen spürt man die am meisten. Es gibt aber auch, gerade auf den Konzerten ist mir aufgefallen, in den hinteren Reihen kommen oft die Väter auch mit ihren Söhnen und das streckt sich auch raus. Ich glaube nicht, dass das eine Musik ist, die für Teenager ist, es gibt viele Teenager, die darauf stehen, und das freut mich auch, weil das sind die Leute auch von Morgen, und sind extrem wichtige, weil sie das Morgen noch mitbestimmen. Und ich glaube die Musik tut denen gut, aber es geht durch alle möglichen Schichten.
Ich finde es auch wichtig, ich habe jetzt letztens in Freiburg wirklich das erste Mal das Gefühl gehabt, als die Leute das erste Mal auch wirklich die Strophen mitgesungen haben, und ich nur das Mikro in die Crowd halten musste. Die sind super-jung und so, und da ist es erst mal nur das Feeling, die Vibes vom Reggae, die man spürt und kann sich aber nicht erklären warum, die verstehen Texte jetzt auch nicht unbedingt, müssen sie ja auch nicht, vielleicht kommen sie ja irgendwann dahinter, so ein paar, dann um so schöner, aber ist ja kein Zwang. Und habe dann aber gemerkt: Die sind ganz schön weit auch. Machen sich auch ihre Gedanken, und es hat einfach total gut getan, zu sehen, dass das auch immer weiter bei denen wächst. So ein Anspruch, was musikalisch Sachen angeht.

Zu den Alben: Warum jetzt kein Dancehall mehr?

Vielleicht wir das nächste Album ja ein Dancehall-Brett? (lacht) Ja doch, das sind immer Phasen. Roots ist ganz klar meine große Liebe und 95% der Reggae-Musik, die ich höre, sind Roots-Reggae-Musik. Ich glaube einfach, dass Danchall eine unglaublich stronge Energy hat und deswegen viele junge Leute einfach drauf stehen, und das es eben viele Sachen gibt die sie direkt begreifen können, womit sie sich identifizieren können, deswegen wird es immer ein teil von der Musik bleiben, was auch gut ist so. Das eine
kann ohne das andere nicht existieren, für mich ist es immer so, Ich bringe auch Singles raus in Jamaika, 45s, die gar nicht auf dem Album erscheinen, und auch Dancehall-Kram und wenn ich einen Longplayer mache, dann will ich, dass der long geplayt wird und aus Erfahrung höre ich mir die Songs an von den Vorgänger-Alben und die Roots-Stücke kann ich alle noch hören, die Dancehall-Dinger nicht mehr. Das ist einfach eine langlebigere Geschichte. Also ‚Dem Gone’ kann man in zehn Jahren immer noch hören, wobei ‚Leave Us Alone’ vielleicht irgendwann vorbei ist.

Was bedeutet für dich Religiosität?

Religiosität ist für mich was extrem Wichtiges und was extrem Schönes. Religion finde ich extrem hässlich und störend. Rastafari ist eine Bewegung, von der man sich eine ganze Menge abkucken kann, wo ich aber immer noch bei vielen Sachen im Dunkeln tappe und immer noch auf der Suche bin. Ich weiß irgendwie, in dem Moment, wo ich mit Rasta zusammen war, dass mir das extrem viel gegeben hat, dass ich auch extrem viel von denen lernen konnte, und dass das Menschen sind, die wirklich mit sich und der Umwelt im Einklang sind. Wenn Rasta heißt, die Wahrheit zu suchen, dann nenn mich Rasta, aber wenn Rasta heißt Selassie ist mein Gott, dann bin ich kein Rasta. Ich glaube aber mehr es handelt sich mehr um eine Philosophie, um eine Bewegung, und ich würde mir wünschen, dass die Personifizierung von Selassie – das ist das, was mir so ein bisschen Quersteht. Ich suche immer noch. Ich finde auch eine Menge Wahrheit im Buddhismus, immer mehr. Und auch mein Vater als Pastor, ha auch viel vom Christentum mitgekriegt, und ich glaube einfach, dass jede Religion einen guten Kern hat, dass sie leider nur überschattet ist von Missverständnissen. Und die Musik war auch immer ein sehr spirituelles Ding für mich, wo ich auch sehr viel Wahrheit finden konnte, die ich auch wirklich gesucht habe, was irgendwann in der Kirche aufgehört hat, habe ich dann im Reggae, im Rasta, wiedergefunden. Viele Sachen, die man einfach überdenkt, aufgrund manche Texte von Rastas, das was in Schulbüchern und Geschichtsbüchern steht, und das Kolumbus ein Riesenarsch war, und dass sind einfach Sachen, die in unserer Kultur nie so beleuchtet werden. Das ist ein sehr komplexes Ding, glaube ich.

Man könnte meinen, du fährst eine Doppelstrategie zwischen Underground-Reggae und deutschem Pop. Wie geht das unter einen Hut?

Es geht nur um Musik. Es geht überhaupt nicht um irgendwelche Sachen unter einen Hut zu kriegen. Entweder du spürst was oder du spürst was nicht. Es muss dir als Musiker egal sein, wie deine Musik ankommt. Natürlich willst du ein Feedback haben und merkst, du kannst mit deiner Musik auch Sachen verändern, aber du kannst niemals erwarten als Sänger, dass die Musik, die du machst allen passt. Ich habe aber immer ganz klar gesagt und immer den Wunsch verspürt mit der Musik auch Grenzen aufzubrechen und mit der Musik auch Menschen zu erreichen. Und seit ich den Song mit Mustafa Sandal gemacht habe: Ich gehe in die Dönerbude am Chlodwigplatz: „Ey das ist doch Gentleman! Der Döner ist für lau. Ist okay, du hast ja mit unserem Helden einen Song gemacht.“ Das war ein tierischer Brückenschlag, gerade was die Diskussion mit Integration angeht. Alle haben gelabert und es kam dieser Song, und ich glaube es war einfach durch Musik ein ganz wichtiges Statement. Da macht der türkische Pop-Sänger mit dem Reggae-Sänger einen Song zusammen, und alle gehen drauf steil. Natürlich gibt es genauso viele die sagen: „Oh Gott, was macht der denn jetzt“, aber ich folge immer meinem Herzen und immer meinem Bauch, und ich habe den Song gehört und habe Gänsehaut bekommen und gesagt: „Alles klar!“ Und mit Campino, wir sind Kumpels und ich habe einen super Vibe mit ihm und das ist nicht unbedingt meine Mucke, aber The Clash sin super! Und der Song ‚Guns of Brixton’ war immer mein Song. Von daher hat es auch gepasst. Ich würde nicht mit den Toten Hosen in das Studio gehen und einen Song für das Album machen.
Ich muss immer dahinter stehen können. Ich würde niemals einen Song machen, wo die Plattenfirma sagt: „Mach da mal einen Part drauf“, und ich kann es nicht spüren.

Wie entstehen deine Songs eigentlich? Welche Rolle spielen Daddy Rings und Jack Radics?

Wenn du im Studio bist und du hörst ein Stück, um so mehr Leute da sind, desto mehr Inspiration ist auch da. Man schiebt sich gegenseitig Lines zu, verbessert sich, bringt das zusammen und oft, wenn man in so einem kreativen Prozess ist, kommt viel mehr bei raus. Wir kreieren was zusammen, für das uns, und deswegen war das ganz wichtig: Jack Radics und Daddy Rings sind zwei Leute, die von Anfang an dabei waren von den ganz frühen Jahren. Sie sind sozusagen meine Teachers in vieler Hinsicht. Das Eine, was das Songwriting angeht, wo du merkst, du schreibst einen Song mit Jack Radics und auf einmal hast du dein eigenes Songwriting nochmal auf ein höheres Level gebracht. Und genauso ist es mit Rings auch. Er ist ein begnadeter Songwriter, und wir haben viele Touren zusammen gespielt, und geben uns da einfach gegenseitig auch was. So ist es auch, wie es in Jamaika läuft. Da ist einer im Studio, da sind ganz viele Leute da und jeder schmeißt mal eine Zeile dazu – man hat natürlich ganz klar seine Visionen, weil du bist derjenige, der den Song vermitteln muss. Und ich werde auch weiterhin mit denen zusammen arbeiten, und wir werden auch Musik zusammen produzieren, ich baue auch gerade mein Studio auf, und da entwickelt sich total viel noch. Und es ist oft so, dass man an einem Punkt ist, wo es nicht weitergeht, und da hilft einem ein kurzer Hieb von jemandem, und es flowt wieder. Da darf man sich nicht zu schade für zu sein.

Es gibt viele Kollaborationen, verschiedene Produzenten – deine Alben klingen wie ein Querschnitt der zeitgenössischen Reggae-Produktionen. Ist ein Album immer ein Überblick?

Aber das ist ja ein Album. Ein Album ist ja auch eine Zusammensetzung aus mehreren Singles. Aber Alben werden sowieso irgendwann ganz wegfallen. Ich glaube, es geht dann um einzelne Songs. Und mir ist das auch egal. Ich finde es wichtig, dass eine Exklusivität da ist, wenn ich ein neues Produkt auf den Markt bringe. Und so war es auch immer. Natürlich gibt es Songs, die als Seven-Inch schon auf dem Markt waren. Aber die werden nur von der Reggae-Szene – ein Wort, das ich immer ungerne benutze – gekauft. Leute, die das Album kaufen und gar nicht wissen, dass es noch Seven-Inches gibt, hören die Songs zum ersten Mal. Der Großteil der Albumkäufer wusste gar nicht, dass manche Songs auf Seven-Inch irgendwo in Jamaika schon mal veröffentlicht worden sind
– weltweit auf dem Reggae-Markt in einer 200er-Auflage, was weiß ich. Denn eigentlich ist die Szene auch ganz schön klein. Wir reden immer davon, dass alles gewachsen ist und wie riesig das ist. Aber wenn ich mir andere Reggae-Künstler angucke, wirklich große Künstler, die nach Deutschland kommen, dann fällt mir immer auf, was das für eine Nische ist. Und von daher ist ein Album für mich eine Zusammensetzung von Singles plus Exclusive-Tracks, die nochmal aus einem Guss abgemischt und gemastert worden sind.Aber man muss schon gucken, dass die Balance stimmt, völlig klar. Ich mag auch kein Album von Jah Cure kaufen, vor allem nicht als Reggae-Head, wovon ich schon alle Singles habe – das macht keinen Sinn.

Früher bist du zwischen D-Land und Jamaika hin- und hergependelt, heute spielst du Konzerte auf der ganzen Welt. Worin unterscheidet sich die Publikumsresonanz in den Ländern? An welche besonderen Situationen erinnerst du dich?

Das hängt immer davon ab, wie in dem Land – was da für eine Geschichte war jüngst. Und das spürt man auf einem Konzert immer extrem. Ich habe gestern auch gemerkt, da ist dieses Ding in der Luft, dass hier vor drei Jahren Konzerte noch verboten waren. Auch was das Feedback von den jungen Leute… die waren total excited, und da ist och so ein ganz frischer Wind hier, und das spürt du auf der Bühne. Und dann gibt es so Dinger wie New York oder London oder auch Kingston, wo jeden Tag ein Konzert ist mit den dicksten Acts, und die Leute extrem gesättigt sind und extrem anspruchsvoll sind, was ganz besonderes brauchen. Ein Extrembeispiel da auf dem Sting, wenn da nicht sich jemand auf der Bühne kloppt oder wenn da nicht die härtesten Wörter, dann ist langweilig und dann fliegen Flaschen. In New York ist ähnlich. Kalifornien ist dann wieder total Hippie- Flower-Power-peaceful alle. Du kannst total kacke spielen und die freuen sich trotzdem. Und so hat jedes Land seinen Schwierigkeitsgrad, die Crowd zu knacken.

Ist es schwierig, das zu checken?

Das ist super-interessant. Und das macht es ja auch nie langweilig. Es wäre blöd wenn in jedem Land und auf jedem Konzert das gleiche Feedback und die gleichen Leute warten. Was auch interessant ist, im Osten – ob das jetzt Slowenien ist oder Montenegro, Serbien, die ganzen Orte, die echt vom Krieg Jahre lang gedamaged waren, was da für eine Energie ist. Nochmal was ganz anderes als in Deutschland oder auch in Russland.
Ich war noch nicht in Australien und noch nicht in Südamerika, aber sonst ist natürlich der Response von den Leuten immer verschieden und die Art und Weise wie sie aus sich raus gehen oder eben nicht ist immer verschieden, aber trotzdem sind sie alle gleich in dem Moment, wo die Musik sie trifft. Und das ist ja das Schöne an der Sache. Ich spiele da gerne, bin auf den Bahamas und die Leute singen komplett die Strophe mit, wie in Freiburg auch und in New York aber auch – das gibt einem ein total universelles, warmes Gefühl.

Bushhouse-Music: Worin besteht das Konzept?

Die Vision ist, wo wir immer noch dran arbeite und wahrscheinlich ein Leben lang dran arbeiten werden, irgendwann alles unter ein Dach zu kriegen. Die Erfahrungen, die wir gesammelt haben auch darin einfließen zu lassen und weitergeben zu können, und es fängt damit an, das Bushhouse Music Bushhouse Booking jetzt gemacht hat. Wir haben unsere eigene Booking-Agentur. Ich glaube das sind Schritte, die man nach zehn Jahren oder fünfzehn Jahren einfach macht, dass dann irgendwann, wenn der Plattenvertrag ausgelaufen ist, dass man kuckt: „Okay, ich habe noch einen Plattenvertrag bei Four Music“, dass man kuckt danach vielleicht das nächste Album auf einem eigenen Label zu machen. Das fühlt sich einfach gut an. Wir sind aber auch Realisten, was das Musikgeschäft angeht. Und ich merke ganz klar, im Moment ist die Priorität international live viel zu touren und ein neues Album zu machen. Ich bin nicht der Typ der irgendwann am Schreibtisch sitzen wird als A&R-Manager. Ich kann mir aber gut vorstellen mit Künstlern zusammen zu arbeiten, Künstler aufzubauen. Und das ist die Vision. Wir haben das einfach gemacht. Bushhouse Music, das heißt Bushhouse Booking, Bushhouse Publishing irgendwann mal und das Label Bushhouse, wo wir irgendwie anfangen die Selections mal rauszuhauen, wie wir es seit Jahren sagen, und irgendwann auf Künstlersuche auch gehen und meine Sachen auf Bushhouse veröffentlichen, weil das fühlt sich einfach gut an, immer mehr langsam selbst in die Hand zu nehmen. Ich habe natürlich bei Four Music extrem viel Glück gehabt. Auch mit dem Label, die ja wirklich noch Aufbauarbeit mit Künstlern gemacht haben, und der Vertrag ist dann ausgelaufen und dann ist das irgendwann so eine logische Schlussfolgerung, dass man es selber machen will, anstatt zu einem dicken Major zu gehen. Wobei der Major das natürlich gerne mit unterstützen kann.

Was gibt es für Reggae und für Gentleman noch zu erreichen?

(Überlegt)… Ich glaube schon das wir mit der Musik eine Menge verändern können. In dem Moment, wo die Musik noch größer wird und noch mehr Ohren findet. Dann wird sie auch kraftvoller und es ist immer auch – du hast vorhin Mono & Nikitaman angesprochen
– ein Mittel zum Zweck, und es immer auch eine Möglichkeit Sachen zu verändern, politisch aktiv zu sein, aber auch Schmerz zu teilen, mit anderen Leuten zu verarbeiten, und ich glaube, das ist das, was noch wachsen kann. Und wir können noch mehr weg von diesem Competition-Gedöns, wir können uns glaube ich noch mehr auf andere Sachen besinnen, die viel wichtiger sind, aber das kommt dann alles mit Erfahrung mit den Jahren. Aber ich finde es schon ganz gut wie es im Moment so ist. Und wenn es so bleibt, ist es super.
Auf dem Mond könnte man noch spielen (lacht), als erster Act.